Werner Thiele

Ein zweites Leben begann für den Maler Werner Thiele (1911-1992), als er aus dem für ihn nicht enden wollenden Krieg doch noch nach Hause kam. Gegen Ende des Krieges in sowjetische Gefangenschaft geraten, leistete Werner Thiele in einem Bleibergwerk unter härtesten Bedingungen Zwangsarbeit und wurde erst 1949 aus dem sibirischen Arbeitslager entlassen.


Nach seiner Heimkehr malte und zeichnete sich Werner Thiele das in Krieg und Gefangenschaft erlebte von der Seele. Darüber hinaus bildeten Industrie- und Städtelandschaften, Natur, Meer und Schiffe, figürliche und abstrakte Kompositionen sowie Bilder mit religiösen Inhalten seine Motive.


Werner Thiele zeigte schon als kleines Kind zeichnerische Begabung. Sein Vater verwehrte ihm aus Sorge um die finanzielle Absicherung des Sohnes eine Ausbildung an der Kunsthochschule. Der Beruf des Feinmechanikers sicherte seinen Lebensunterhalt und ermöglichte ihm, ohne künstlerische Konzessionen an das Publikum zu arbeiten.


Werner Thiele setzte sich mit den Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts intensiv auseinander, so dass Kubismus, Fauvismus und Expressionismus Spuren in seinem Werk hinterlassen haben, ebenso wie die abstrakte Malerei der 60er Jahre. Seine Begeisterung für die deutschen Expressionisten war groß und deshalb war er 1938 entsetzt über die Ausstellung „Entartete Kunst“ in Hamburg-Planten und Blomen.


Ausstellungen:

1960 Kabinett für Hamburger Maler in der Kunsthalle

1971 Studio Hamburg

1996 Evangelische Akademie

2009 Hamburger Volksbank Rahlstedt

Quelle

Einen Einblick in unsere Sammlung von Werner Thiele bekommen sie hier.